Eva Wilfert, PTSV Hof, bayerische Seniorenmeisterin im Turnierschach.

 

Eva Wilfert am Schachbrett

 

 

 

Frau Eva Wilfert ist bei der Offenen Bayerischen Schach-Seniorenmeisterschaft in Bergen am Chiemsee beste Frau geworden und damit bayerische Seniorenmeisterin

 

 im Turnierschach. Sie sind eine richtige Hofer Schachfamilie, die Wilferts. Ehemann Peter Wilfert war Vorstand des Schachklubs Hof und anschließend lange Zeit erfolgreicher Jugendtrainer. Auch wenn er nur noch wenig aktiv spielt, zählt er immer noch zu den stärksten Spielern in der Saalestadt. Sohn André ist beim 1. FC Markleuthen und wurde im Januar auf Schloss Schney bei Lichtenfels bei den Einzelmeisterschaften 2. oberfränkischer Meister. Eva Wilfert ist 71 und mittlerweile Urgroßmutter. Als Krankenschwester stand sie täglich um halb Sechs in der Frühe auf; dies hat sie bis heute beibehalten. Jetzt hat sie Zeit für Schach und liebt es, ihrem Hobby in wechselnden Turnierorten in verschiedenen Bundesländern zu frönen. Dort trifft sie bei den Landesmeisterschaften auf einen Kreis gleichgesinnter Spielerinnen, von denen sich die meisten seit Jahren kennen. Da nur eine Partie am Tag gespielt wird, in der Regel vormittags, gibt es an den Nachmittagen Gelegenheit zu kleinen Ausflügen in die Umgebung oder fröhlichen Kaffeekränzchen. Auf den 64 Feldern des Schachbretts geht es aber hart zur Sache. Es ist keine Rentnerfreizeit, sondern Leistungssport, was dort stattfindet. Die Turnieruhr tickt unerbittlich und Schiedsrichter wachen über den Ablauf. In Bergen gab es 2 Stunden pro Spieler für die ganze Partie plus einem Zeitbonus von 30 Sekunden ab dem ersten Zug. Ein Spiel kann so leicht 4 bis 6 Stunden dauern. Ausdauer und Konzentration sind gefragt; schachliche Erfahrung und taktisches Geschick werden ohnehin vorausgesetzt. In Bergen waren 86 Männer, unter ihnen zwei Meister der FIDE (Internationaler Schachverband), und 6 Frauen am Start. Jeweils Punktgleiche wurden in den 9 Runden vom Computer gegeneinander gelost. Am Ende hatte Eva Wilfert 3,5 Punkte auf dem Konto und landete vor allen anderen Frauen. Vom Turnier zurückgekehrt, spielt sie wieder jeden Dienstag beim Trainingsnachmittag des PTSV und bringt dort manche Männer am Schachbrett zum Schwitzen. Aber nicht das Gewinnen ist ihr am wichtigsten, sondern noch lange ihren geliebten Denksport betreiben zu können, der sie jung hält und glücklich macht.